Java
Ich versuche eine Welt zu beschreiben die deine Vorstellungskraft sprengt. Eine Welt die man erleben muss und auf Bildern nur schwer darstellen kann. Schoen und graesslich, laut und verschmutzt, rueckstaendig aber doch fortschrittlich. Voll mit Problemen und Loesungen. Unglaubliche Menschenmassen auf einer kleinen Flaeche, umgeben von Wasser und Fischreichtum.
Java ist wie eine Bienenkasten. Eine Welt fuer sich, mit tausend Gaengen, Nischen und Furchen. Unueberschaubar und durchorganisiert wie eine der ganz grossen Termitenburgen in Australien.
Es gibt alles was man braucht, in jeder Strasse. Lebensmittellaeden von ganz klein bis ganz gross, Werkstaetten, Landwirte und Speziallaeden fuer alles nur erdenkliche. Es gibt von allem viel zu viel. Vor allem aber zu viele Autos, Lkws, Motorroller und Raeder, Riktschas und andere undefinierbare Zwitter mit 2 bis 6 Raedern.
Die gruene Artenvielfalt explodiert foermlich. Man fuehlt sich wie in einem Glashaus, voll mit den exotischsten Pflanzen und den stinkensten Autos. Bedingt durch das Klima es hier nicht notwendig aufwendig zu bauen. Die Haeuser sind sehr einfach gebaut und oft ohne Moebel, aber voll mit laechelnden Menschen.
Feuerberge, die auch heute noch stinkende weisse Wolken mit Schwefelgeruch gegen Himmel steigen lassen, sind der Ursprung. An den steilen Berghaengen wird Ackerbau betrieben. Alles Handarbeit, auf fruchtbarstem Boden. Formschoen wie ein Muster schmiegen sich die Felder an den Berg.
Alles in allem ist man als Tourist, bis auf ein paar Hotspots alleine. Allerdings, in den Grossstaetten nicht immer willkommen. Englisch wird fast nicht bis gar nicht verstanden. Ein “Hello Mister” bringen dennoch die meistern zu stande.
Indonesien zaehlt nach wie vor zu den Entwicklungslaendern. In den naechsten Jahren wird sich hier sehr viel aendern. Allerdings bringt die Entwicklung, oder das was der Westen darunter versteht, nicht nur Vorteile mit sich. Armut gibt es auch, hier im Inselreich, allerdings ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln nach meinem Ermessen sichergestellt. Es kommt natuerlich immer darauf an, wer mit welchen Massstaeben misst. Einzige Ausnahme, die Hauptstadt.
Grosse Slums hab ich nur rund um die Hauptstadt Jakarta gesehen. Jakarta ist ein Ort der Gegensaetze. Wo ganz arm und super reich ganz eng nebeneinander sehr verschieden leben. Die einen arbeiten in den Wolkenkratzern am Computer oder in der Chefetage, die anderen sammeln ein, was ueberbleit.
Konfliktpotential gibt es genuegend. Aggression in den Gesichtern von einigen, die man mitunter auch als Tourist erleben kann. Manche Gebaeude sind schwer bewacht, mit hohen Zaeunen, Stacheldraht, Kameras und bewaffnetem Wachpersonal. Die Botschaft von Deutschland und auch von Japan zaehlen zu diesen hoch in den Himmel ragenden Festungen. Alles was Rang und Namen hat, in der Hochfinanz, hat sich hier, abgehobenes ueber den Wolken einquartiert.
Als Tourist sollte man sich etwas den Gegebenheiten anpassen. Um den Menschen mit ihren Werten nicht stur vor den Kopf zu stossen. Australische Touristen sind nicht gerade beliebt. Kein Wunder, wenn man in einem streng muslimischen Land mit Minirock und Bierdose in der Hand durch die Stadt laeuft und den Menschen protzend das unfaire Finanzsystem vor Augen haelt.
Java ist eine Reise wert!
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